Revista Planck

PLANCK — entrevista completa con Sara, en alemán, sin traducción.

4 min
cuántico clásico cósmico

Sara, in Anerkennung deiner beruflichen und menschlichen Erfahrung in der Sozialarbeit möchten wir den Übergang in der sozialen Leere erkunden. Diese wird im Allgemeinen als das Fehlen von Sinnhaftigkeit, Verbindung, Normen oder dem Gefühl der Zugehörigkeit innerhalb einer Gemeinschaft oder Gesellschaft beschrieben. Bist du mit dieser Definition einverstanden?

Grundsätzlich passt die Definition so, ergänzen würde ich: Das Fehlen einer Verbindung zu den eigenen Emotionen/Gefühlen.

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Was glaubst du, stützt diese soziale Leere oder woraus setzt sie sich in deinem Arbeitsfeld zusammen?

Gestützt wird die Leere durch mangelnde Strukturen der Einbindung und der Partizipation. Trotz des hohen Bedarfs von Menschen, sich zu begegnen und andere Menschen mit deren Perspektiven kennenzulernen, gibt es immer weniger Begegnungsräume bzw. für die vorhandenen Räume werden Förderungen massiv gekürzt oder gestrichen. Durch diesen Mangel erleben Menschen zunehmend Einsamkeit und fühlen sich ausgegrenzt.

2

Welche Werkzeuge nutzen wir deiner Meinung nach, um Brücken dort zu bauen, wo heute nur ein Schwebezustand (eine Leere) existiert, der uns auf Distanz hält?

Ein sehr sinnvolles Werkzeug ist die Organisation von niedrigschwelligen Begegnungsevents, bei denen Menschen ohne benötigte Vorerfahrungen sich begegnen können, miteinander ins Gespräch kommen und voneinander lernen können. Das gemeinsame Tun, z.B. beim gemeinsamen Kochen, Gärtnern oder Sprachen lernen, schafft eine Verbindung, bietet eine Möglichkeit aktiv zu partizipieren und sich selbstwirksam zu fühlen und kann so zu mehr Verständnis füreinander führen. Wenn Menschen sich eingeladen fühlen mitzumachen und Teil einer Community bzw. Gemeinschaft zu werden, werden Brücken gebaut.

Zu Beginn solcher Veranstaltungen können durch Icebreaker-Übungen anfängliche Barrieren oder Hemmungen beseitigt werden und ein schöner, auch spielerischer Start gestaltet werden. So können sich Menschen, die sich noch nicht kennen, schneller verbunden fühlen mit der Gruppe.

Auch das Nutzen von alternativen Ausdrucksmöglichkeiten kann eine Brücke hin zu mehr Verbindung bilden, beispielsweise Gedanken über Kunstformate auszudrücken, Theater spielen oder Tanzen und sich bewegen.

Wenn es keine gemeinsame Sprachbasis gibt aufgrund von unterschiedlichen Muttersprachen in einer Gruppe, können auch das Mitdenken von Sprachmittler*innen oder Flüsterübersetzungen hilfreich sein und ganz generell die Verwendung von einfacher Sprache und das Nutzen von visuellen Elementen zur Kommunikation untereinander.

3

Welche Art von Leere bewohnt einen Menschen, der in ein Land auswandert, in dem niemand seinen Namen oder seine Geschichte kennt?

Zunächst einmal fehlen die emotionale Verbindung und das Gefühl, aufgehoben und nicht fremd zu sein. Wenn das eigene soziale Netz fehlt, befinden sich Menschen erstmal in einem Schwebezustand und sind orientierungslos, diese Nähe zu anderen Menschen muss erst wieder erlangt werden.

Auch als Unsicherheit kann diese Leere sich zeigen. Wenn der Halt verloren ist, dann geht damit auch der Verlust eines tief empfundenen Sicherheitsgefühls verloren.

4

Wenn zwei Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zum ersten Mal aufeinandertreffen, entsteht ein Moment der Stille, ein weißer Fleck. Was geschieht in diesem „Dazwischen"?

Es kann einen Moment der Reflektion geben, wenn die Unterschiedlichkeit im ersten Augenblick der Begegnung erstmal wahrgenommen wird. Diese Unterschiedlichkeit kann dabei entweder zu Neugier auf die betreffende Person führen und dem Wunsch, mehr zu erfahren, kann aber auch zu einer Abwehrreaktion und fehlendem Interesse für die andere Person führen.

5

Was hat das Essen an sich, das die Sprache allein nicht leisten kann, um die Stille zwischen Fremden zu füllen?

Essen transportiert durch Aussehen, Gerüche und Zubereitungsarten ganz viel Erinnerung, z.B. an geliebte Menschen und vorher erlebte Situationen, und auch Traditionen, wie beispielsweise welche Zutaten für ein bestimmtes Gericht genutzt werden.

Beim gemeinsamen Essen wird die verbale Kommunikation durch Gestik und Mimik unterstützt, wenn vielleicht ein Strahlen auf dem Gesicht eines Menschen entsteht beim Anblick einer Speise, die an geliebte Menschen oder schöne Situationen erinnert.

Essen bietet eine ideale Grundlage für ein erstes Kennenlernen, da es zu mehr Augenhöhe beiträgt. Alle Menschen essen und finden über dieses Thema einen leichten Gesprächseinstieg, ob ein Gericht z.B. gut schmeckt, was Personen gern essen und welche Gerüche an welche Situationen erinnern.

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Gibt es einen wirklichen Moment, in dem man aufhört, sich „fremd" zu fühlen, oder bleibt diese kleine Leere immer als Teil der neuen Identität bestehen?

Wenn sich Leere erstmal in Menschen einnistet und stark erlebt wird, kann diese immer Teil der neuen Identität bleiben — schon aus dem Grund, diese Leere nicht nochmal erleben zu wollen und damit im Gedächtnis zu bleiben.

Außerdem kann es immer wieder vorkommen, von anderen Menschen als „fremd" gelesen zu werden. Diese Spiegelung von anderen hindert daran, sich nicht mehr „fremd" zu fühlen.

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Kannst du uns nach so langer Zeit in der Integrationsarbeit etwas mitteilen, das du über deine eigenen Leeren entdeckt hast, in deiner Rolle als Baustein, der diese soziale Leere transformiert?

Zunächst einmal hilft mir das Bewusstsein dafür und die Anerkennung, dass diese Leeren existieren, dabei, mehr Verständnis und Empathie für andere Menschen und auch für mich selbst zu haben. Diese Leeren haben einen direkten Einfluss auf unser Verhalten und darauf, wie wohl und aufgehoben wir uns fühlen.

Mich motiviert es daher sehr, meinen Beitrag zu leisten, dass andere sich wohl und aufgehoben fühlen, denn ich habe gelernt, wie wichtig es für mich selbst ist, mich verbunden und zugehörig zu fühlen.

Es müssen dabei nicht immer ganze Konzepte umgesetzt werden, um soziale Leere abzubauen. Manchmal helfen auch ein aufmunterndes Lächeln und das Zeigen von aufrichtigem Interesse für andere.

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N°1